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Darum hat jeder eine Meinung zu Promibäcker Gaues

Liebe Leserinnen, liebe Leser, hier sind wir wieder mit unserem wöchentlichen Newsletter aus der Welt
Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover
Neues aus der Gastro-Szene in Hannover
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
hier sind wir wieder mit unserem wöchentlichen Newsletter aus der Welt der Gastronomie. Jeden Donnerstag lesen Sie, was sich in Hannovers Szene tut. Wir schauen für Sie, welche Restaurants neu am Start sind, sagen, wo sich ein Besuch lohnt und gehen aktuellen Fragen nach.
Eine lautet: Wieso gibt es eigentlich niemanden, der keine Meinung zu Jochen Gaues hat? Der Promibäcker" ist wieder da! Für viele ist der 54-Jährige ein Schaumschläger, für andere ist er der Gott des Brotes. Tatsache ist: Gaues hat Nehmerqualitäten und weiß, wie man wieder aufsteht. Insolvenzen, Pleiten, Gerichtsverhandlungen wegen Hygiene-Mängeln, eine nicht wirklich harmonische Scheidung von seiner Ehefrau und damaligen Geschäftspartnerin Sabine - nichts hielt den Bäckermeister davon ab, weiter, immer weiter zu machen. Vergangenes Jahr verabschiedete er sich nach Hamburg, jetzt meldet er sich mit dem Shop „Der echte Gaues" an der Kirchröder Straße 77 zurück.
Stylish ist der Laden geworden. „Seht doch, wie toll das hier ist", begrüßte Gaues meine Kollegin Maike Jacobs, die den Mann besuchte, der schon die deutsche Fußballnationalmannschaft mit ihrem täglich Brot versorgte. Ihr erzählte er von seiner Häusersuche in Hamburgs Edel-Stadtteil Blankenese und von den drei Schlaganfällen seiner zweiten Frau Betty. Die nach Einschätzung meiner Kollegin übrigens die einzige Person ist, die ihren Mann zu zähmen versteht. Viele in Hannover werden sich über seine Rückkehr freuen. Er selbst freut sich auf ein ganz besonderes Treffen in naher Zukunft: „Im Oktober sehe ich Arnold Schwarzenegger!“ Der sei Fan von seinem Brot und dreht nun mit Gourmet-Koch Alfons Schuhbeck einen Werbefilm, in dem auch Gaues Backwerk eine Rolle spielt. Treffen sich ein Terminator und der „Laib-Haftige” …
Teuflisch gut fanden viele das Video, das die „Seven-Sundays"-Macher per Social Media verbreiteten - andere bekamen einen höllischen Schreck. Zu sehen ist ein Mann im „Seven Sundays", der dabei gefilmt wird, wie er sich unter dem Tisch heimlich Kaffee aus seiner Thermoskanne nachkippt. Verstohlen schaut er sich um, während ein Schriftzug eingeblendet wird: „Wir haben auch hausgemachten Kaffee da - Seven Sundays". Frage an Marco Fernandes und Efthimios Eleftheriadis: Habt ihr solche Gäste? Und: Filmt ihr eure Besucher etwa heimlich? „Keine Sorge, weder noch", feixen die beiden.In Zusammenarbeit mit der Filmproduktion „Teufelkueche" aus Hannover sei die Marketing-Kampagne „in einem lustigen Moment" entstanden. Und es ist noch nicht Schluss mit lustig: „In den nächsten Wochen schicken wir noch mehr Videos hinterher.“
Daniel Jäger vom „Harp” am Schwarzen Bären wird in den nächsten Wochen vor allem eins tun: viel planen. Er ist aus dem Gemeinschaftsprojekt „Cuchillos" ausgestiegen. Mit den Gastronomen Monty Emrich, Frido Marquardt und Andreas Oldenburger hatte er das Steak-Burger-Taco-Lokal an der Schmiedestraße im Juli eröffnet und schnell gemerkt: Es wird zu viel. „Mein Harp braucht mich", sagt er nun. Die Burgerbar an der Ihme will er auf neue Füße stellen. Die Küche wird ausgebaut („die ist so groß wie ein Schuhkarton"), die Toiletten werden in den Keller verlegt, die Speisekarte erweitert. Im Frühjahr spucken Jäger und sein Team in die Hände. Und das Trio vom „Cuchillos"? Macht weiter und freut sich, dass endlich die Terrasse mit 46 Plätzen genehmigt wurde.
Mit dem Platz ist es so eine Sache. Vor allem, wenn der Gast in Corona-Zeiten zu wenig davon hat. So empfand es mein Kollege Christoph Dannowski, als er vergangene Woche in dem neuen asiatischen Restaurant „Tenshi" an der Christuskirche zu Gast war. Das kreative, sehr innovative Tapas-Konzept begeisterte ihn, auch der Service bekam ein „gut". Aber: „Weniger gut sind die Abstände der Tische, die zu eng gestellt sind", schreibt Dannowski über seinen Besuch. Darauf angesprochen, versprach das Team, das Raumkonzept noch einmal zu überdenken.
Machen wir uns nichts vor: Das Thema Corona wird (nicht nur) die Gastrobranche weiter beuteln. Käme ein zweiter Shutdown, würden das viele Bars und Restaurants kaum überleben. Lena Leach führt die „Unschlagbar" an der Schlägerstraße, im Gespräch mit meiner Kollegin Luisa Verfürth blickte sie zurück auf das Frühjahr 2020. „Die erste Woche habe ich viel geweint", erinnert sie sich an den Lockdown. Ein siebenjähriger Sohn, Homeschooling und eine ungewisse wirtschaftliche Zukunft - das war zu viel Last. Doch dann nutzte sie die Zeit, renovierte ihr Lokal und stellte, wie viele ihrer Kollegen, auf Essen außer Haus um. Wollen wir hoffen, dass das nicht noch einmal nötig sein wird - dafür können wir übrigens alle unseren Beitrag leisten.
Haben wir Ihnen Appetit auf mehr Themen aus Hannovers Gastroszene gemacht? Dann freuen Sie sich auf nächsten Donnerstag. Wir wiederum freuen uns, wenn Sie sich mit Anregungen, Ideen und Hinweisen bei uns melden: Schicken Sie einfach ein Email an gastro@neuepresse.de.

Wir wünschen Ihnen eine genussvolle Woche - bis nächsten Donnerstag!
Julia Braun

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