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Ein Gin-Hotelzimmer und ein neuer „Lieblingskorn"

Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
welchen Drink bestellen Sie abends an der Bar, wenn Sie ausgehen? In den vergangenen zehn Jahren war die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine lokale Gin-Marke im Glas landete - die Spirituose auf Wacholderbasis hat einen Trend-Siegeszug hingelegt. Gerade in unserer Stadt gibt es diverse Destillen, die Duftmarken setzen: „Hannover Gin" und „Cucumberland" gehören dazu, vor allem aber „Niemand"-Gin von Torben Paradiek und Sebastian Maria Otto.
Der stylischen Marke mit Rosmarin-Lavendel-Sandelholz-Note hat das ebenso stylische „Me and all"-Hotel am Aegi nun ein Hotelzimmer gewidmet: Hinter der Tür von Zimmer 627 im sechsten Stock sieht man rosa - „wir möchten die Gäste einladen, unsere Welt zu entdecken“, erklärt Paradiek das Design, das den typischen Farbton der Gin-Flaschen aufnimmt. „Es geht um Menschen und Dinge, die uns geprägt haben.“ Eine Kassette, die für das Corona-Projekt „Niemand tanzt" steht. Ein Glücksrad, das einem die Entscheidung an der Minibar abnimmt. Fotos, witzige „Niemand"-Slogans - aber kein Bild des Künstlers und Mitinitiators Sebastian Maria Otto.
Der hat immer noch mit den Folgen eines Aneurysmas zu kämpfen, das ihm im September vergangenen Jahres fast das Leben gekostet hätte. Die Folgen der Hirnblutung verlangen ihm viel Kraft und Disziplin ab, doch gerade große Projekte wie das „Niemand"-Zimmer helfen ihm, sich „zu strukturieren, nach vorne zu schauen", wie er meiner Kollegin Luisa Verfürth erzählte (hier geht es zum ganzen Text).
Struktur war auch eines der wichtigen Elemente, mit denen Chi Trung Khuu und Manuel Mauritz die „Lieblingsbar" in Herrenhausen durch die Corona-Krise navigiert haben: Mit den 18 Azubis stemmten sie viele Projekte, intensivierten den Blick auf lokale Produkte für die Speise- und Getränkekarte. Die bekommt nun einen Neuzugang, der laut Mauritz den Gin-Trend brechen könnte: „Korn ist das Thema, das kommt.“
Am 1. November feiert das Land Niedersachsen 75. Geburtstag, die „Lieblingsbar” serviert aus diesem Grund Cocktails mit „Lieblingskorn". Ein Jahr hat Mauritz zusammen mit den Experten der Hardenberg Destillery an der Komposition gefeilt. „Ein Cuvée aus Weizen und Gerstenmalz-Destillat, alle Inhaltsstoffe stammen zu 100 Prozent aus der Region", freut sich Mauritz. Und gibt zu: „Eine eigene Spirituose ist der Traum eines jeden Barkeepers.“ Aber was ist mit dem plüschigen Image von Korn? Da winkt der 32-Jährige ab, er schwärmt lieber von den tollen Eigenschaften des bodenständigen Schnapses. Und von Kreationen wie „Espresso Martini”, für die Stöckener Bienen den Honig und lokale Röstereien die Bohnen liefern - und die der Korn dann zum Drink veredelt.
Der Fokus auf die Region, ihre Produkte, ihre Menschen. Ein Prinzip, das auch das „Me and all"-Hotel mit dem „Niemand"-Zimmer und vielen anderen lokalen Spuren im Haus beherzigt. „Lieblingsbar"-Chef Mauritz, der sich im Kampf um den Titel „Bar des Jahres" gegen Lokale in Berlin und Köln durchsetzen konnte, glaubt, dass unserer Stadt eine große Zukunft bevorsteht. „Hannover sammelt noch viele Pluspunkte in der Republik", ist er sich sicher.
Gin oder Korn? Sicher eine Geschmacksfrage. Aber in diesen Fällen Beweise dafür, dass in dieser Stadt Innovation und Bewegung stecken. Immer donnerstags informieren wir Sie über Neuigkeiten aus der Gastro-Szene - wenn Sie Ideen oder Anregungen haben, schicken Sie uns gerne eine Mail an gastro@neuepresse.de.
Und wenn dieser Newsletter Sie auf den Geschmack gebracht hat: In der Sonnabend-Ausgabe der NP (Print und digital) verrät Koch-Profi Jörg Lange vier Rezepte mit Gin. Darauf stoßen wir an!
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