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Fisch gibt's? Nicht mehr auf der Lister Meile

Liebe Leserinnen, liebe Leser, ein warmes Willkommen zu unserem Gastro-Newsletter - auch wenn Wirtinn
Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ein warmes Willkommen zu unserem Gastro-Newsletter - auch wenn Wirtinnen und Wirte angesichts des zweiten Lockdowns das kalte Entsetzen packt.
Entsetzt, sprachlos und tieftraurig waren auch die vielen Stammkunden des Traditionsgeschäfts „Thürnaus Fischhalle", als sie von der Schließung hörten: Am 14. November ist Schluss an der Lister Meile.
Schuld ist ausnahmsweise mal nicht Corona. Sondern der Vermieter, sagt Katrin Frisch. „Statt 6000 Euro sollten wir demnächst 8000 Euro Miete zahlen", erzählt die 57-Jährige, die das Geschäft seit 1999 mit ihrem Bruder Thomas Schaller (61) in vierter Generation führt.
Doch seit einiger Zeit stagnieren die Umsätze. Frisch sieht eine Erklärung in dem sich wandelnden Branchenmix auf der Einkaufsmeile. „Hier gibt es immer mehr Handyläden und Nagelshops.“ Und fragt sich: „Wie sollen wir mehr Miete zahlen, wenn wir weniger Einnahmen machen?”
Vertraut und familiär sei der Umgang mit den Kunden gewesen. Viele kauften seit Jahrzehnten in der Fischhalle ein, aßen hier mittags ihren Backfisch mit Kartoffelsalat. Ihnen wird ein Stück Heimat genommen. Und Hannover ist wieder um eine inhabergeführte Traditionsadresse ärmer.

Take-away, Bringdienste: So reagiert die Szene

Was aber tut die Gastro-Szene, um in diesen Zeiten zu überleben? Die Antwort: Alles, was sie kann. Wahnsinnig viele Läden - wie „Teestübchen", „Spandau“, „Meiers Lebenslust“, das „Salz und Pfeffer“ oder „Gasthaus Müller“ - setzen auf Außer-Haus-Verkauf, einige, wie „Wienerwald“ oder „La Rock“, fahren die Speisen bis an die Haustür. Und hoffen, wie alle Betroffenen, dass das wirklich nicht länger nötig sein wird als vier Wochen. Meine Kollegen Christoph Dannowski und Andrea Tratner haben viele kreative Beispiele gesammelt.
Lametta statt Bier und Bratwurst

Maximale Flexibilität beweist Veranstaltungsgastronom Christoph Eisermann. Als Corona ihn zum ersten Mal ausbremste, eröffnete er das Maskengeschäft „Masken Men“. Jetzt setzt er auf saisonale Objekte der Begierde: Der 37-Jährige hat an der Karmarschstraße 40 seine „Weihnachtswelt“ eröffnet, verkauft Lichterketten und Christbaumschmuck statt wie sonst Bier und Bratwurst bei Veranstaltungen. Und nach Weihnachten? „Da fällt mir schon was ein", sagte er meiner Kollegin Mirjana Cvjetkovic. Hier geht’s zum Text.
Gratis Haarschnitt für Gastronomen

Nicole Borchert ist keine Gastronomin. Aber aus Lockdown Nummer eins weiß die Friseurin von den „Scherenschwestern“, wie es sich anfühlt, ausgebremst zu werden, kein Geld mehr verdienen zu können - und will Betroffenen helfen. „Jeder, der von Maßnahmen betroffen ist und nicht arbeiten kann, bekommt von mir einen Haarschnitt gratis.“ Es könnten also demnächst verdammt viele gut frisierte Gastronomen durch Hannover laufen. Alle Infos nach einem Klick.
Kalte Küche in kultiger Kneipe

Läuft es in einem Monat noch im „Bösen Wolf“? Das fragte Kollegin Luisa Verfürth Katariya Schacht. Die gerade einmal 25-Jährige hat das Lindener Lokal mit Thaiküche im Sommer übernommen, steuert den kultigen Kahn jetzt durch den Corona-Sturm. Natürlich wird es den Wolf noch geben, sagt sie und fragt: „Aber in welcher Form?“ Sie glaubt, dass sich ein „To-go“-Geschäft nicht rentiert, Miete und Sky-Abo muss sie trotzdem weiter bezahlen. Lesen Sie hier das ganze Interview.
Wir erleben einen November mit vielen Fragezeichen. Der Dezember könnte Antworten liefern - wenn wir alle gut aufpassen. Und bis dahin so oft an Hannovers Restauranttüren einkaufen gehen, wie es nur möglich ist.
Kennen Sie Take-away- oder Liefer-Angebote in Hannover? Bieten Sie als Gastronom Bringdienste oder Außer-Haus-Verkauf? Erzählen Sie uns von Ideen und Aktionen! Eine kurze Mail an gastro@neuepresse.de genügt.
Kommen Sie gut durch die Woche und bleiben Sie gesund. Bis zum nächsten Donnerstag!
Julia Braun
So machen Hannovers Gastronomen das Beste aus dem Lockdown
Hannoversche Kaffeemanufaktur in Changde: Flemming Berndt berichtet
Hannover: Corona-Demo der Gastronomen auf dem Opernplatz
Obdachlosenhilfe: Mit dem Bollerwagen Café kommt die Menschlichkeit
„Wir geben nicht auf“: Wie Neustadts Gastronomen mit dem Teil-Lockdown umgehen
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