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„Hannover eats" kennt das Rezept für Lockdown-Genuss

Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen und Leser,
das Thema Genuss sollte in einem Gastro-Newsletter ganz groß geschrieben werden. Das ist aber schwierig, wenn sich Restaurants, Bars und Kneipen unseres Vertrauens im Lockdown von einer Verlängerung zur nächsten hangeln. Umso charmanter ist die Idee der beiden Food-Bloggerinnen Christina Scherer (30) und Marina Matthiesen (32): Auf ihrem Instagram-Account „Hannover eats" kochen sie Lieblingsgerichte aus Lieblingslokalen nach - und verraten die Rezepte ihrer Interpretationen. „Die Skepsis der Wirte war anfangs natürlich groß", erzählen die beiden Freundinnen, die sich seit 14 Jahren kennen und die die Leidenschaft für gutes Essen verbindet. „Wir bekamen oft zu hören, dass Zutaten und Zubereitung Familiengeheimnis seien, die Rezepte waren unter Verschluss.“ Doch das Duo geht mit detektivischem Spürsinn ran, prägt sich im Restaurant Zutaten ein, versucht Aromen zu entschlüsseln - und wälzt zuhause Kochbücher.
Mehr als 2000 Abonnenten hat Hannover eats" inzwischen - und das hat das Eis bei vielen Gastronomen gebrochen. „Wir erzählen auch die Storys der Lokale, geben Empfehlungen für gute Lieferdienste, stellen Neueröffnungen vor", erklärt Christina Scherer das Konzept. Wer durch die bislang 35 liebevoll inszenierten und fotografierten Beiträge (pro Woche soll möglichst einer neu dazukommen) scrollt, dem läuft das Wasser im Mund zusammen. Nicht nur Christina Scherer und Marina Matthiesen sind heiß darauf, nach Ende des Lockdowns wieder mal in ein Restaurant zu gehen.
In einigen wird sich nach der monatelangen Schließung viel verändert haben. Im der Lindener Kultkneipe …und der böse Wolf" zum Beispiel. Am 16. Februar wollten Jan und Claudia Verhagen eigentlich eine rauschende Abschiedsparty feiern - nach 25 Jahren übergeben sie das Lokal endgültig an ihre Mitarbeiterin Cat, die zusammen mit ihrer Familie die legendäre thailändische Küche weiter betreibt. Der „Wolf"-Geburtstag hat Tradition - mit DJs, Live-Musik, leckeren Getränken und beseelten Stammgästen. „So ist unser Abschied ganz leise", sagt Jan Verhagen, der sich für „das kreative Miteinander in all den Jahren" bedankt und darauf hinweist, dass dienstags bis sonntags von 17 bis 21 Uhr Phad Thai und Currys bestellt und abgeholt werden können. „Es war uns eine Ehre, den Wolf so lange betreiben zu dürfen.“

Drei Wirte, die durch alle Hilfe-Raster fallen

Generationswechsel im „Wolf", Neustart unter erschwerten Bedingungen für drei andere Wirte. Mein Kollege Christoph Dannowski hat drei Gastronomen getroffen, die durch alle staatlichen Hilfe-Raster fallen, weil sie sich getraut haben, kurz vor oder nach dem zweiten Lockdown ihre Lokale zu eröffnen. Einer von ihnen ist Odysseus Agorastos. Er hat 100.000 Euro in sein „Oikos" investiert, ein griechischer Innenarchitekt hat das ehemalige „Mardal" in Kirchrode komplett neu gestaltet. Weil er keinen Umsatz aus dem Jahr 2019 für die Novemberhilfe vorweisen kann, ist der 56-Jährige auf sich gestellt. Das Dilemma seines To-go-Geschäfts: „Uns kann ja hier noch keiner kennen.“ Die ganze Geschichte finden Sie hier.
Man kann es drehen und wenden, die Lage für die Gastronomie bleibt schwierig - zumal die Infektionszahlen für Hannover aufgrund der britischen Mutante gerade wieder steigen. Haben Sie Tipps und Anregungen für unseren Newsletter, kennen Sie kreative Außer-Haus-Konzepte, Neueröffnungen oder engagierte Gastronomen und Wirtinnen? Schreiben Sie einfach eine Mail an gastro@neuepresse.de.
Bleiben Sie gesund und munter. Bis nächsten Donnerstag - und darüber hinaus!
Andrea Tratner

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