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Hannovers neues Paradies für Whiskey- und Zigarrenfans

Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
er ist gerade einmal 25 Jahre alt und führt schon seinen eigenen Laden. Ozan Erdogmus hat an der Osterstraße 3 das „Boga" eröffnet und tischt edel auf. Seine Hauptdarsteller heißen Steak, Zigarren und Whiskey, „Nobles für Genießer" umreißt Erdogmus sein Konzept.
Um die 40 Zigarren-Sorten für vier bis 37 Euro pro Stück bietet er an, hält im oberen Stockwerk eine „Cigar Lounge" bereit. Whiskey-Freunde können zwischen 30 Marken wählen. „So was hat in Hannover gefehlt", findet der 25-Jährige.
Und das „Boga" bietet mehr. In der Woche gibt es Frühstück von neun bis 13 Uhr, am Wochenende bis 14 oder 15 Uhr. Aufgetischt werden neben Tomahawk- und T-Bone-Steaks auch Salate, Vorspeisen, Spieße vom Grill, türkische Steinofengerichte, Burger und Desserts - und das täglich.
Ein anspruchsvolles Programm für Erdogmus - zumal er gar nicht aus der Branche kommt. Er ist gelernter Maschinen- und Anlagenführer, hatte für die Firma Varta Autobatterien produziert. „Aber seit mindestens sechs Jahren träume ich davon, mich selbstständig zu machen", sagt er und eifert nun seinem Vater Cetin nach, der bereits ein Restaurant in Garbsen und diverse Dönerbuden betrieben hat.
Vergangenen Oktober hatte Erdogmus das Lokal übernommen („Schon bei der Schlüsselübergabe hatte ich genau vor Augen, wie alles aussehen würde") und mit Freunden und Familie aufwendig renoviert. „Wir haben alles neu gemacht.“ Vater Cetin, Mutter Nuray, der Bruder, der Onkel: Alle packten mit an und tun es bis heute. „Jeder macht alles. Sonst ginge es gar nicht, man findet ja kaum Personal.” Corona brachte das Projekt immer wieder ins Stottern, im Juni war schließlich Eröffnung.
Edel ist das zweistöckige Boga" (türkisch für Stier) geworden, das draußen 130 Plätze, innen noch mal so viele bietet. Die Holztische hat sich der Gastronom in der Türkei bauen lassen, die Wände mit Mauerwerk verkleidet, es gibt Nischen mit gemütlichen Ledermöbeln, die Bar mit grünen Samthockern leuchtet golden.
Der Neugastronom hat noch viel vor. „Manchmal legt abends ein DJ auf und ein Saxofonspieler dreht seine Runden um die Tische, das kommt super an.“ Das Eventprogramm möchte Erdogmus ausbauen, außerdem einen eigenen Gin kreieren.
Und wenn er sich mit dem kreditfinanzierten Projekt übernommen hat? „Ich bin noch jung”, lautet seine pragmatische Antwort. „Wenn ich es nicht schaffe, lerne ich aus meinen Fehlern und fange wieder von vorne an.“ Aber er glaubt an sich und sein „Boga”. „Wenn man etwas aus vollem Herzen will, ist nichts unmöglich", sagt der 25-Jährige. Und fügt fast philosophisch hinzu: „Leidenschaft ist die Antwort auf widrige Umstände.“
Wir wünschen Ihnen und uns allen wenig widrige Umstände - die angesichts steigender Infektionszahlen aber leider nicht ausgeschlossen sind. Nicht nur Neugastronomen wie Ozan Erdogmus könnten erneute Einschränkungen oder Schließungen das Genick brechen - auch alteingesessene Wirte und Wirtinnen würden einen weiteren Corona-Lockdown kaum mehr verkraften.
Es gibt übrigens eine Möglichkeit, dieses Szenario zu verhindern, zum Beispiel morgen, am 20. August. Von 17 bis 21 Uhr kann sich jeder ohne Anmeldung am Stadion rund um das Heimspiel von 96 gegen Heidenheim impfen lassen. Für den Papst ist die Impfung „ein Akt der Liebe”. Für Selbstständige ist sie eine Lebensversicherung.
Kommen Sie gut durch diese Woche. Haben Sie Anregungen, Fragen, Hinweise? Schreiben Sie uns! Einfach eine kurze Mail an gastro@neuepresse.de schicken.
Bis nächsten Donnerstag!
Julia Braun
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