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Hier werden Gäste jetzt zu ihrem eigenen Wirt

Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen und Leser,
das Lokal aufschließen, ein paar Biere zapfen, die Gulaschsuppe in die Mikrowelle stellen, fertig ist die Laube - so übersichtlich haben sich viele lange Zeit den Aufgabenkatalog von Wirten und Wirtinnen vorgestellt. Doch dieses „Wer nichts wird, wird Wirt"-Bild hängt längst im Museum. Seit Corona hat sich die Notwendigkeit, Gäste mit immer neuen Ideen zu überraschen und zu begeistern, sogar noch verstärkt.
Aus Amsterdam hat Andreas Oldenburger eine Idee mitgebracht, die er jetzt in seinem „Cuchillos“ an der Schmiedestraße umgesetzt hat. Mit seinen Kompagnons Monty Emrich und Frido Marquardt hat der 38-Jährige die obere Etage des Taco- und Steakhauses umgebaut (mehr zu dem Lokal lesen Sie hier). Dort werden die Gäste jetzt zu ihrem eigenen Wirt: An drei der sechs Tische sind Zapfanlagen installiert, aus denen sich Besucher die Sorten König Ludwig hell und Gilde nach Lust und Laune direkt ins Glas zapfen. Das Bier fließt aus einem einsehbaren Kühlraum durch große Kupferrohre an der Decke zu den Tischen, bezahlt wird mit einer Prepaid-Karte. Das dürfte zu der einen oder anderen Überschwemmung führen und viel Spaß machen. Und Personal, die große Mangelware der Branche, hat man mit dieser Besucherbeteiligung auch noch gespart.
Hinter dieser „Cuchillo”-Lounge liegt die „Private Dining Area" des Restaurants. „Bis zu 20 Leute können dort ein mehrgängiges Menü oder ein Büfett ordern, bekommen ihre eigene Bar samt Barkeeper", sagt Oldenburger, der sich über rege Buchungen freut. Mehr als je zuvor schätzten die Gäste das Besondere, hat er beobachtet. „Wir Gastronomen müssen Anreize bieten, man muss sich mehr unterscheiden als früher, gute Ideen haben, die kein anderer hat.“ Die Kollegen Emrich und Marquardt sind übrigens gerade in Mexiko unterwegs. Schauen wir mal, welche Ideen sie mitbringen.
Auf die Idee, die Eröffnung ihres Burger- und Dönerladens „Brudis” an der Stöckener Hogrefestraße 8 mit einer guten Tat zu verbinden, kamen die Brüder Mehmet Ali und Gökhan Yesilyurt durch ein trauriges Ereignis. Ein Freund von ihnen war an Krebs gestorben, beide Männer sind Väter und machten sich Gedanken über die kleinsten Patienten im Kinderkrankenhaus auf der Bult. Sie beschlossen, die gesamten Einnahmen der ersten beiden Tage des „Brudis" an die Klinik zu spenden. Wer helfen möchte: Das Lokal mit frischem, regionalen Fast Food ist ab dem 22. Oktober von zwölf bis 23 Uhr geöffnet.
Lange Zeit führte er die Traditionsgaststätte „Salz und Pfeffer" in Ricklingen, jetzt hat Markus Christian Kulz andere Ideen. Der 45-Jährige konzentriert sich auf sein Cateringunternehmen MCK" und die Klubgaststätte 1897 Linden, in der er „Kulzis Schnitzel-Paradies" und „Braunkohl satt" bietet und in der die Footballer Hannover Grizzlys heimisch sind. Und Kulz’ „MCK" sorgt auch noch für die Verpflegung bei den Eishockey-Oberligisten Hannover Indians. Er kocht dort nun nicht nur für die heimische und die gegnerische Mannschaft, sondern bereitet auch die Speisen für das VIP-Zelt vor. Was es gibt? Kommt auf den Gegner an. Reist Rostock an, werden Fischnuggets serviert, kommt ein Team aus dem Westen, gibt es Zwiebelkuchen. Sein Grizzly-Essen scheint jedenfalls die Leistung zu steigern: Die Footballer sind gerade zum ersten Mal in die dritte Liga aufgestiegen.
Ein Bier am Tisch zapfen, einen Burger für den guten Zweck erstehen, die Braunkohl-Saison eröffnen: Gönnen Sie sich was. Und wenn Sie von guten Ideen hören, melden Sie sich gerne per Mail an gastro@neuepresse.de. Denn die scheinen Hannovers Gastro-Szene einfach nicht auszugehen.
Bis nächsten Donnerstag!
Julia Braun
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