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Neues aus der Altstadt: So verwandelt sich das „Alt Hanovera“

Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das Leben ist auf die Straßen zurückgekehrt. Nach endlosen Monaten des Stillstands ging es plötzlich schnell: Die Terrassen der Restaurants und Cafés sind voll, nicht einmal mehr einen Negativtest braucht man, um drinnen - und ab Freitag sogar in Lokalen - zu trinken und zu genießen. Wir freuen uns mit Hannovers Gastro-Szene. Und hoffen gleichzeitig, dass uns der Cocktail aus Sommertemperaturen und Lockerungen im Blitztempo keinen Kater bescheren wird. Nicht wenige befürchten, dass die Inzidenz schon nächste Woche wieder steigt.
Auch in der Altstadt herrscht neues Leben. Denn in der Knochenhauerstraße 27 meldet sich eine Institution zurück. Das „Alt Hanovera“ hat neue Betreiber: An diesem Donnerstag um 15 Uhr eröffnen Anna Schütte (28) und Kevin Apolinario (32) die Traditionskneipe neu. Carla Cetin hatte die Kneipe seit 2006 geführt, ist ihr aber viel länger verbunden. „Vor 42 Jahren habe ich mir mit dem Job im ,Alt Hanovera’ mein Studium finanziert", erzählt die 64-jährige Touristikkauffrau. Nun geht sie in den Ruhestand - aber Stück für Stück. „Mein Mann und ich wollen beim Weihnachtsmarkt die Bude betreiben. Und wenn nächstes Jahr das Schützenfest wieder läuft, werde ich auch dabei sein.“
Was planen die neuen Wirtsleute? „Wir wollen die Tradition pflegen, aber auch frischen Wind in den Laden bringen“, sagt Veranstaltungsmanagerin Anna Schütte. Sie und Apolinario haben sich bei ihrem Job im „Dublin Inn“ kennen und lieben gelernt - und verwandeln nun auch das „Alt Hanovera“ in einen Irish Pub.
„Wir stehen für das Irish-Pub-Konzept“, sagt die Wirtin selbstbewusst. „In den Pubs gibt es nie Stress, jeder kommt mit jedem ins Gespräch, der Banker sitzt neben dem Studenten, alle sind willkommen.“ Zu trinken gibt es neben Herri (auch als 0,2-Liter-„Tönnchen“) und Lüttje Lage Guinness, Kilkenny und Co., als Stärkung werden Chicken Wings und Nachos serviert. Alle 96-Partien, Bundesliga-Begegnungen, EM-Spiele, Rugby und Darts werden auf drei Fernsehern und einer Leinwand gezeigt, Events wie Quiz und Karaoke sind angedacht. Und die neuen Betreiber hoffen, dass der Weihnachtsmarkt stattfinden wird, bei dem das „Alt H” stets mit einem Stand vertreten war.
Anja Schütte hat sich jetzt schon in die Nachbarschaft verliebt. „Das ist ein familiäres, tolles Miteinander hier in der Altstadt. Wir sind wahnsinnig herzlich aufgenommen worden.“ Denn auch Gastronomen wie Dietmar Engel vom Café Konrad gegenüber und Ferdi Simsek vom Steakhaus „800 Grad“ nebenan freuen sich, dass das junge Gastro-Paar die Altstadt bereichert.
Die vielen Baustellen des Ferdi Simek

Simsek beackert derzeit viele Baustellen. Sein Steakhaus und die Burgerbar an der Nikolaistraße stehen kurz vor Wiedereröffnung, am 1. Juli will er mit Kompagnon Benjamin Busmann am Tiedthof neu durchstarten. Das „Lindenblatt“ an der Limmerstraße hat er geschlossen, auch wenn es ihm schwer fiel. „Aber wir brauchten mehr Platz, vor allem in der Küche.“ Den hat er nun reichlich. Rund 400 Quadratmeter groß ist die Location im Tiedthof am Steintor, die seit November 2019 ein „Francesca & Fratelli“ beherbergte. Das Pizza-Lokal ist ausgezogen. „Wir hatten durch Corona zu wenig Zeit, um uns an dem Standort zu etablieren“, sagt Francesca Pagano. Weniger Arbeit haben sie und ihr Mann Kadir Elveren deshalb in Zukunft aber nicht: Sie übernehmen die Räume des „Lindenblatts“ und eröffnen ihr drittes Lokal an der Limmerstraße. Ein Ringtausch unter Gastro-Freunden. (Die ganze Geschichte lesen sie hier.)
Die Branche ist und bleibt in Bewegung. Und erlebt in diesen Tagen bewegende Momente, wenn Stammgäste endlich wieder beim Lieblings-Griechen oder im Lieblings-Biergarten einkehren können. Für Antje Richter vom „Gretchen“ auf dem Faustgelände war es bewegend, wieder das Lachen ihrer Gäste zu hören. „Diese Aufbruchsstimmung ist einfach nur toll“, sagt die Betriebsleiterin. „Die Leute sind ausgehungert.“
Stillen wir also unseren Hunger, genießen wir ausgiebig die neuen Möglichkeiten. Und vergessen wir dabei nicht, auf Abstände und Hygiene zu achten. Sonst gefährden wir unsere neue Freiheit. Und die haben wir uns wirklich verdient.
Kommen Sie gesund und genussreich durch die neue Woche. Und schreiben Sie uns, wenn Sie Fragen, Anregungen oder Tipps haben, einfach eine kurze Mail an gastro@neuepresse.de
Bis nächsten Donnerstag!
Julia Braun
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