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Neues aus der Gastro-Szene in Hannover - Ausgabe #26

Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover
Liebe Leserinnen und Leser,
der Januar - traditionell ist das der Monat für Gastronomen, um nach dem Trubel der Weihnachtszeit durchzuatmen und neue Kraft zu tanken. Aber wir leben in seltsamen Corona-Zeiten, in denen sich eine Lockdown-Verlängerung an die nächste reiht und man ahnt, dass sich die Rückkehr zur „Normalität" bis Ostern hinziehen könnte. Viele Gastronomen nehmen die Herausforderung an - und brechen auf zu neuen Ufern. Gestern konnte ich den Testlauf der neuen Kochbox" aus dem GOP verfolgen. „Unsere zwei Säulen sind Gastronomie und Entertainment - wir verbinden beides", erklärt Holger Melchert, Küchendirektor der Varieté-Kette.
Eine Kochshow mit Spaßfaktor: Küchenchef Jürgen Wawrzenetz bereitete Feldsalat mit Weißweinvinaigrette und gebratenen Ziegenkäsetalern, geschmortes US-Beef und Tiramisu zu - verfolgt von vier Kameras. Und im Dialog mit zwölf Hobbyköchen, die in der Zoom-Konferenz das Menü Schritt für Schritt nachkochen. Sommelier Steven Kelly stellt Aperitif und Rotwein vor, die zusammen mit den genau abgewogenen Zutaten in der „Kochbox" geliefert wurden, Melchert moderiert in der heimeligen Studioküche (aus GOP-Kulissen) mit Witz und Charme, streut immer wieder wertvolles Küchenwissen ein.
Die ersten vier Termine sind bereits ausgebucht, im Februar und März werden weitere folgen - für 119 Euro können zwei Personen unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam" kochen, schlemmen und sich unterhalten lassen. Wie kam es zu dem Projekt? „To-go-Geschäft ist nicht unser Thema, das können andere besser", erklärt Holger Melchert. Entertainment sei die Stärke. Hannover-Küchenchef Jürgen Wawrzenetz hat schließlich zwei Jahre im Team von TV-Koch Tim Mälzer hinter den Kulissen mitgearbeitet.

Französische Feinkost und Labskaus

Auch er sattelt um: Thomas Immenroth vom Restaurant „Mon Bonheur" hat 1100 Kilometer in neun Stunden bewältigt, um im nordfranzösischen Lille Schlemmerware einzukaufen. Im Bistro an der Voßstraße 53 bietet er jetzt nicht nur Speisen to go an, „ich habe von der Stadt die Genehmigung bekommen, als Einzelhändler zu fungieren", berichtete er meiner Kollegin Julia Braun. Mitgebracht hat er  Spirituosen und Weine, Confits und Terrinen, Käse und Salami, Macarons und Kuchen. Auch aus dem Mini-Kino Lodderbast an der Berliner Allee gibt es neue gastronomische Nachrichten: Johannes Thomsen hat sich an ein Rezept seines Uropas erinnert - „das beste Labskaus südlich der Elbe", sagt er selbstbewusst. Zusammen mit Spiegelei, Roter Bete und saurer Gurke wird das klassische Matrosengericht für 8,90 Euro durch das Fenster gereicht. Alle Infos zu beiden Projekten finden Sie hier.

Ohne tierische Produkte durch den „Veganuary"

„Der Januar ist ein Aufbruchsmonat, man hat viele gute Vorsätze", sagt Robert Beck, der in seinem Restaurant „Hiller" an der Blumenstraße seit neun Jahren vegan kocht. „Veganuary" heißt die weltweite Initiative, die Menschen Anfang des Jahres dazu bewegen will, einen Monat lang auf tierische Produkte zu verzichten. Eine Herausforderung in der heimischen Küche? „Nein", findet Hiller, „der Markt ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert, das Grundsortiment an Lebensmitteln findet man in jedem Supermarkt um die Ecke.“ Wie man Eier ersetzt, wie man Tofu würzt und wofür man Spiralschneider braucht, das hat Beck im ausführlichen Interview erklärt.
Neues Jahr, neue Pläne. Hannovers Wirtinnen und Wirte werden in den kommenden Wochen weiter kreativ werden müssen, um die Corona-Zwangspause zu überstehen. Gastronomen, die gute Ideen haben, können sich gerne bei der NP melden - einfach eine Mail an gastro@neuepresse.de schicken. Wir berichten weiter über Ideen, Projekte und Aktionen, die Hannovers Gastro-Szene dabei helfen, die Pandemie zu überstehen.
Wir wünschen Ihnen eine schöne Woche - und vielleicht ein bisschen Neuschnee, der auch liegen bleibt!
Bis nächsten Donnerstag
Andrea Tratner

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