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Neues Kunst-Café und eine Institution am Lister Platz

Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Gastronomie ist (überlebens)wichtig - das haben wir in der Rolle als Gäste im Lockdown des vergangenen Winters schmerzvoll erleben dürfen. Und zwar nicht nur in Restaurants und Kneipen, sondern auch an den Kulturstätten dieser Stadt. „Museen sind soziale Orte, es geht um Bewegung, Beziehung, Zusammensein“, sagt Adam Budak, der seit einigen Monaten neuer Direktor der Kenstnergesellschaft ist. Das Kunsthaus an der Goseriede hat nun wieder eine kleine, feine Gastronomie - denn der 54-Jährige hat einen Grundsatz, der die Brücke schlägt zwischen Kunst und Kaffee. „Ausgangspunkt ist die Gastfreundschaft.“
„Tender Buttons” heißt das elegante Café im ersten Obergeschoss. Mit samtgrünen Art-déco-Stühlen, kleinen Tischen, mit Blick auf das monumentale 16-mal-4-Meter-Werk „Ihme" der südkoreanischen Künstlerin Jongsuk Yoon an der Wand - und hoffentlich bald freien Blick auf den Goseriedeplatz. Budak hat transparente Scheiben für einen Teil der Milchglas-Fassade bestellt, in einem Monat sollten sie eingebaut sein.
Woher kommt der Name „Tender Buttons"? Bei der Erklärung ist Budak in seinem Element, er verehrt die amerikanische Autorin Gertrude Stein, die 1914 ein schmales Büchlein „Zärtliche Knöpfe" nannte. „Zwei Jahre später eröffnete die Kestnergesellschaft, es ist dieselbe Avantgarde", erkennt Budak Parallelen zu den Texten, die zum lyrischen Kubismus zählen, und der Kunst-Institution.
Eine Institution ist auch die „Rumpelkammer" am Lister Platz. Heute vor genau 40 Jahren zapfte Enzo Fumiento (Foto) dort das erste Bier hinter dem Tresen - für 50.000 Mark hatte der damals 20-Jährige das Lokal übernommen. „Ich habe gearbeitet und gespart, 16-Stunden-Tage in der Gastronomie zugebracht“, erinnert sich der Wirt im Gespräch mit meiner Kollegin Mirjana Cvjetkovic (den ganzen Artikel lesen Sie Freitag in der NP - digital und in der Printausgabe). Die Investition war ein Glücksgriff. Nicht nur, weil Fumiento in der Kneipe seine Frau Annette kennengelernt hat.
In der „Rumpelkammer" werden Hochzeiten, Geburtstage und Jubiläen gefeiert, hier treffen sich alle Gesellschaftsschichten und manchmal auch prominente Sportler oder Politiker auf ein Bier, Fumiento setzte Impulse für Lister-Meilen-Fest und Weihnachtsmarkt, machte als einer der ersten in Hannover Außengastronomie salonfähig. Und verbindet immer noch Jung und Alt. „Manchmal sind vier Generationen im Lokal", freut sich Fumiento, der in diesem Jahr gerne die runde 100 gefeiert hätte - 60. Geburtstag und 40 Jahre „Rumpelkammer". Die große Sause fällt pandemiebedingt aus - anstoßen mit seinen Gästen wird er heute natürlich trotzdem. Glückwunsch zu diesem besonderen Jubiläum!
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