Pläne? Perspektiven? Pustekuchen!

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Neues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Feiertage sind vorbei, der niedersächsische Winter bietet Nieselregen und Nebel statt Schnee und Sonne - in den ersten Wochen des Jahres fällt es vielen Menschen schwer, sich zu motivieren und optimistisch nach vorne zu schauen. Die aktuelle Corona-Situation lässt keine Planungen zu. Aber Selbstständige müssen planen können.
Wirte und Wirtinnen fühlen sich von der Politik zunehmend im Stich gelassen. „In den ersten zwei Corona-Jahren gab es ja Unterstützungen vom Staat", sagt Michael Rüger, Mit-Inhaber von Scene Events. „Jetzt heißt es: ,Macht, was ihr wollt, aber von uns kommt nichts.‘“
Sein asiatisches Restaurant Tenshi” an der Christuskirche ist bis auf weiteres dicht. „Uns ist das Mittagsgeschäft weggebrochen, es lohnte sich nicht mehr.“ In seinem Burgerladen „Kuhnstwerk” läuft das Abendgeschäft einigermaßen, „aber mittags ist es manchmal deprimierend. Nur können wir nicht dauernd die Öffnungszeiten ändern, dann steigt keiner mehr durch, also ziehen wir es durch.“
Er sieht große Probleme auf die Gastronomie zukommen. „Teile der Unterstützung, die ich erhalten habe, muss ich jetzt versteuern. Wir konnten aber zwischenzeitlich gar nicht genug verdienen. Wir sind froh, wenn wir unseren Leuten die Löhne zahlen können.” Er ist sich sicher: „Es werden bald Pleiten kommen. Das halten viele Gastronomen nicht mehr durch.“ Scene Events mischt auch beim Maschseefest mit, unter anderem im Groove Garden. „Und jetzt?”, fragt Rüger, „plane ich das Maschseefest? Oder plane ich nichts?“ Die Stadt hofft auf eine normale Veranstaltungssaison, im April soll Klarheit herrschen.
Doch aktuell ist der Frust groß, eine Branche schwankt zwischen Wut und Resignation. Auch bei denen, die immer zuversichtlich sind, lässt die Energie nach. „Ich bin ein mutiger Unternehmer, der immer das Positive sieht”, sagt Ferdi Simsek. „Aber ich verliere meinen Optimismus immer mehr.“ Seine drei Lokale „Lindenblatt 800 °”, „Lokal 4" und die „Lindenblatt Burgerbar" haben eingeschränkte Öffnungszeiten, sein Club „Havanna" ist seit zwei Jahren geschlossen.
Das Steakhaus in der Altstadt eröffnete Simsek im ersten, das „Lokal 4" am Tiedthof im zweiten Corona-Sommer. Auch Rügers „Tenshi" entstand im ersten Pandemiejahr. „Jetzt werden wir dafür bestraft, dass wir Arbeitsplätze geschaffen haben", sagt Simsek. „Wir sind in eine Situation geraten, für die wir nichts können.“
Von der Regierung erwartet er unbürokratische Hilfen, fühlt sich stattdessen aber instrumentalisiert. „Um Impfanreize zu schaffen, gibt es Zugangsbeschränkungen zur Gastronomie. Jetzt bleiben die Läden aber oft leer. Wir werden als Druckmittel benutzt.” Ferdi Simsek ist im ständigen Austausch mit Kollegen, sein Fazit: „Allen geht die Energie aus.“
Rüger betreibt in Hannover eine weitere Location. Diese Beachbar auf dem Dach des Parkhauses Röselerstraße trägt einen wegweisenden Namen: „Schöne Aussichten”. Daran hätten wir alle dringend Bedarf.
Es ist schwierig, den Kopf oben zu behalten. Aber lassen Sie es uns versuchen. Unterstützen wir weiter Hannovers Gastro-Szene, gehen wir dort essen, wo wir uns wohlfühlen - oder holen uns die Speisen für zu Hause ab. Schließlich sollen die Restaurants noch existieren, wenn die Pandemie eines Tages nicht mehr unser Leben dirigiert.
Haben Sie Anregungen, Meinungen, Empfehlungen? Schreiben Sie uns gern an gastro@neuepresse.de - wir melden uns!
Bis nächsten Donnerstag!
Julia Braun
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