So wird das Osterfest und lecker und nachhaltig

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Neues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in der Theorie ist das ja alles ganz einfach mit der Nachhaltigkeit. In der Praxis stößt man mit dem Ziel, sich bewusster und umweltgerechter zu ernähren, aber oft an Grenzen. Man muss im Supermarkt Herkunftsnachweise und Inhaltsstoffe studieren (eine Lupe für das Kleingedruckte kann dabei nicht schaden), auf dem Wochenmarkt Händler des Vertrauens finden, und in der Küche auch mal auf ein Gericht mit exotischen Zutaten verzichten, weil die Co2-Bilanz des Abendessens sonst verheerend ausfallen würde.
Saisonal und regional - das sind die Zauberworte. Keine Blaubeeren im Dezember, das Ei vom Hühnerhof vor der eigenen Haustür. Nun steht Ostern vor der Tür - ein Familienfest, bei dem sich viel um Essen und Zusammensein dreht. „Wir wollen Denkanstöße geben, worauf man achten kann", sagt Nicole Rösler, die zusammen mit dem „Regio-Team" (darin sind Ernährungsrat Hannover, Fachbereich Umwelt, Ökomodellregion und Team Naherholung der Region) schon zum zweiten Mal ein kostenloses E-Book herausbringt (hier gehts zum Download). Nach „Regio-Weihnachten" gibt „Regio-Ostern" Tipps rund um das Fest, das man „mit Zutaten aus deiner Nähe" feiern kann.
„Das Ei ist das Hauptthema", erklärt Rösler. Was lese ich in der Kennzeichnungsnummer auf der Schale? Was bedeutet das Bio-Siegel für die Hühnerhaltung? Wie färbe ich Eier ohne Chemie, sondern mit Rote-Bete-Saft oder Brennnesseln? Das Rezept für ein leckeres Omelette mit Spargel kommt von Food-Bloggerin Kim-Liza Wagner und der „Gemüsekiste", die Genossenschaft „Linden backt" verrät, wie man „Eier im Kräuterversteck" zubereitet, Bioland-Bäuerin Marie Hemme weiht uns in die Kunst des Osterzopf-Backens ein. Außerdem haben Rösler und ihre Mitstreiterinnen Infos über Ferienaktionen auf Höfen gesammelt, geben regionale Einkaufstipps und machen Lust auf nachhaltigen Genuss. „Wir wollen die Leute neugierig machen", sagt Rösler.
Neugierig sind wir auch - auf den Neustart der Gastronomie! Viele Restaurants hatten in den Wintermonaten komplett geschlossen, auch das „Tenshi" an der Christuskirche in der Nordstadt war dicht. „Wir wollten keinen Blindflug machen", erklärt Geschäftsführer Tobias Heidenreich. „Erst 2G, dann 2G-plus - im November 2021 ist das Geschäft eingebrochen, wir hatten massive Umsatzrückgänge.“ Der Steuerberater hatte zur Schließung geraten, mit Überbrückungshilfen und reduzierten Kosten konnte das Lokal kalkulieren - und überleben. Seit Anfang März läuft die schrittweise Öffnung, ab 1. April will das Restaurant „mit voller Karte von Dienstag bis Sonntag” starten. Wir freuen uns auf die Rückkehr der kreativen asiatischen „Tenshi"-Tapas.
Der Krieg ist zurück: So fühlt es sich für Zurab Mikava derzeit an - der Chef von „Gaststätte Kaiser" und „Klein-Kröpcke" ist gebürtiger Georgier. „Ich kenne das Problem seit 2008", sagt er bitter. Damals griff Russland seine alte Heimat an, wenn er Nachrichten aus dem Krieg Wladimir Putins gegen die Ukraine sieht, kann er „mitfühlen". Mikava hat Stammgäste mobilisiert, eine Spendenbox aufgestellt, mit Konzert und Grillaktion an einem Wochenende am Leibniztempel spontan eine Benefiz-Aktion auf die Beine gestellt. Es kamen 11.000 Euro zusammen. Von der Summe kaufte Mikava zwei gebrauchte Krankenwagen, lud sie mit Medikamenten voll - und brach mit Freunden Richtung Lwiw auf, brachte die Hilfsgüter in die westukrainische Stadt in ein Krankenhaus. „Wir waren 14 Stunden unterwegs, mussten zwölf Stunden an der polnisch-ukrainischen Grenze warten.“ Nach der Übergabe war wieder Eile angesagt: „Um 21 Uhr begann die Sperrstunde, wir mussten wieder zurück.”
Die Dreieinhalb-Tage-Tour war anstrengend, doch der 47-Jährige will das „unbeschreibliche Gefühl, helfen zu können" nicht missen. „Wir sammeln weiter für einen dritten Krankenwagen.“ Für die zweite Tour in die Ukraine werden auch Kinder-Medikamente und Defibrillatoren benötigt. Der Gastronom will bald wieder aufbrechen, obwohl inzwischen auch Lwiw angegriffen wird. „Angst ist zweitrangig”, sagt er.
Vieles ist zweitrangig in diesen Tagen, an denen Krieg und Tod unseren Alltag überschatten. Umso wichtiger ist ein wenig Lebensfreude und Hoffnung. Immer donnerstags versuchen wir im Newsletter „Neues aus der Gastro-Szene", gute Nachrichten zu transportieren, Appetit zu machen auf neue Konzepte. Haben Sie Ideen, Anregungen oder Kritik? Einfach eine Mail an gastro@neuepresse.de schicken!
Bleiben Sie gesund und voller Hoffnung.
Andrea Tratner
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