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Warum nicht jeder Gastronomen um das Maschseefest trauert

Liebe Leserinnen, liebe Leser, willkommen zu der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters „Neues aus der
Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover
Neues aus der Gastro-Szene in Hannover
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
willkommen zu der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters „Neues aus der Gastro-Szene". Jeden Donnerstag berichten wir an dieser Stelle von Trends und Neuigkeiten aus Hannovers Gastro-Branche und beschäftigen uns mit aktuellen Fragen.
Wie dieser: Wie sehr vermissen Hannovers Wirte eigentlich das Maschseefest? Tropische Temperaturen, Ferienzeit. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, was in diesen Tagen rund um den Partysee los wäre - und welchen Umsatz die Wirte, die das Glück und die Ehre haben, bei der Seesause mitmischen zu dürfen, generieren würden.
 „Und wie wir das Maschseefest vermissen", sagt Frank Ochotta, der mit seinem „La Rock" in den letzten Jahren Wein-Gourmets an der Löwenbastion verwöhnt hatte. „Das war im Sommer immens wichtig für uns.“ Er hat ein weiteres Problem: Wer derzeit essen gehe, möchte draußen sitzen. „Aber wir haben gerade mal zwölf Plätze vor dem ,La Rock’”. Deshalb hält Ochotta auch nichts von der Forderung der FDP, mit Blick auf den Herbst wieder Heizpilze auf Restaurant-Terrassen zuzulassen. „Ob wir die aufstellen oder peng - davon wird der Außenbereich auch nicht größer.“ Er ist sich sicher: „Corona wird uns noch jahrelang begleiten.” Darum sei in der Gastronomie ein Umdenken nötig - weit über die nett gemeinte Erlaubnis von Wärmequellen hinaus.
Aber es gibt in der Szene auch andere Meinungen zum Thema Maschseefest. „Ich finde es vernünftig, dass das Fest in diesem Jahr ausfällt", sagt Feyzi Ekinci, dessen Aresto"-Ableger am Nordufer jedes Jahr eine Goldgrube ist. „Es wäre unmöglich gewesen, alle Corona-Maßnahmen einzuhalten. Und hätten wir es doch geschafft, hätte das weniger Besucher und weniger Einnahmen bedeutet.“ Der erfahrene Gastronom verkraftet den Ausfall, aber er weiß, dass er ein Glückspilz ist. „Am Hohen Ufer haben wir eine Luxussituation”, gibt Ekinci zu. Sein wunderschön an der Leine gelegenes „Aresto" bietet auch in Corona-Zeiten 110 Plätze auf der Terrasse, sein „A'Mura" nebenan gar 130. Doch was bringen Herbst und Winter? „Hoffentlich einen Impfstoff", sagt der Wirt.
Erstaunlich viele Gastronomen trauen sich in diesen Zeiten, neue Locations zu eröffnen. Auch George Feiter, der seit 16 Jahren das „Weinhaus Feiter" an der Stephanusstraße am Lindener Markt betreibt und jetzt die schöne „Weberey" am Lichtenbergkreisel übernimmt. Die Weinbar, die nach dem Lockdown erst gar nicht wieder öffnete, wird heute, am 13. August, in „Feiters Weinzeit" umbenannt und ab 17 Uhr eröffnet. „Es gibt Getränke, Snacks und Wine to go, falls es zu voll wird", sagt der Sommelier. Ihn haut um, wie die Lindener auf die Neuerung reagieren: „Alle, die es mitbekommen, freuen sich wie verrückt.“ Wer einmal vor der Weinbar saß und mit einem kühlen Grauburgunder in der Hand in den Sonnenuntergang schaute, weiß, warum.
Für alle, die Bedran Ozgör kannten, war es eine schockierende Nachricht. Der Chef von Locations wie „Stadtmauer” und „6 Sinne" ist tot. Er starb am Sonnabendmorgen an einem Herzinfarkt, im Alter von nur 40 Jahren. Meine Kollegin Josina Kelz erzählt die Erfolgsgeschichte der Özgör-Brüder und berichtet über den Mann, den man in der Szene nur freundlich und zupackend erlebte. Und der nun Ehefrau und drei Kinder hinterlässt.
Kann es gut gehen, wenn eine Kultkneipe nach einem Vierteljahrhundert die Besitzer wechselt? So geschehen in Lindens legendärer Spelunke „… und der böse Wolf". Die 25-jährige Kathariya „Cat" Schacht schmeißt jetzt den Laden, den Jan und Claudia Verhagen groß gemacht haben. Mein Kollege Sönke Lill, der die neue Thai-Küche getestet hat, kommt zu dem Ergebnis: Dieser neue Wolf hat richtig Biss. Auch im Traditionslokal „Reimanns Eck" wurden ein paar Zöpfe abgeschnitten: Seit einem Jahr ist Marcus Reinert Geschäftsführer am Weißekreuzplatz. Kollegin Luisa Verfürth erzählte er, was passiert, wenn man den Stammgästen des urigen Restaurants plötzlich hippes Frühstück und Tisch-Büfetts anbietet.
Ein Sommer ohne Maschseefest eröffnet ungeahnte Möglichkeiten. Zum Beispiel, Freunde zu einem perfekten Picknick einzuladen. Wir haben die schönsten Plätze für den Open-air-Genuss in Hannover und Umland für Sie zusammengestellt, geben Tipps für Ausrüstung und Menüplan. Sie können es sich auch einfach machen und für Ihr Picknick köstliche Törtchen bei Janine Desens-Matuschak besorgen. Die 38-Jährige hat das „Petite Jolie" in der Galeria Kaufhof am Bahnhof eröffnet und verkauft dort verführerische Pâtisserie. Und das, obwohl sie gar nicht backen kann.
Haben Sie Appetit auf mehr bekommen? Dann freuen Sie sich auf unseren Newsletter am kommenden Donnerstag. Haben Sie Anregungen, Meinungen und Ideen? Schreiben Sie uns an gastro@neuepresse.de
Bis nächsten Donnerstag - wir wünschen Ihnen eine genussreiche Woche!
Julia Braun

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in „Reimanns Eck"
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