Profil anzeigen

Was tut sich da am Klagesmarkt?

Liebe Leserinnen, liebe Leser, willkommen zu der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters „Neues aus der
Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover
Neues aus der Gastro-Szene in Hannover
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
willkommen zu der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters „Neues aus der Gastro-Szene". Jeden Donnerstag berichten wir an dieser Stelle von Trends und Neuigkeiten aus Hannovers Gastro-Branche und beschäftigen uns mit aktuellen Fragen. Welche Lokale sind neu am Start? Wo lohnt sich nach Meinung der NP-Tester ein Restaurant-Besuch? Mit welchen Themen setzen sich Wirtinnen und Wirte in der Corona-Zeit auseinander?
Es tut sich was am Klagesmarkt: Sieben Wohngebäude stehen bereits seit Ende 2017, die städtische Wohnungsbaugesellschaft Hanova nimmt demnächst den zweiten Bauabschnitt in Angriff. „Hier entwickelt sich etwas, das wird eine sehr schöne Meile", findet auch Chassan Souleimanoglou. Sieben Jahre betrieb er das verwinkelte Mini-Lokal „Curry Culum" an der Rückertstraße um die Ecke zum Friederikenstift - der Lehrplan (das Wortspiel erschließt sich, wenn man den Namen streng deutsch ausspricht) für Burger-Fans hängt ab 25. September aber am Klagesmarkt aus. „Hier schließt sich ein Kreis", sagt der Mann mit den griechischen Wurzeln, dessen Vater in den 60ern nach Deutschland kam, in Hannover eine Kioskkette aufbaute, Imbisse und Schnellrestaurants in ganz Deutschland betrieb.
Am Postkamp 18 ist für den Sohn eine besondere Adresse: „Mitte der 70er hat mein Vater den Laden erworben, aber sofort verpachtet.“ Mehr als 30 Jahre servierte das „Himalaya” hier indische Küche, demnächst gibt es „Burger & Gin". Beim NP-Besuch ist das Lokal noch eine Baustelle, doch ein beeindruckendes John-Lennon-Grafitti an einer Wand, goldene Lüftungsrohre und der holzverkleidete Tresen lassen ahnen, dass das neue „Curry Culum" eine Augenweide wird, auch eine große Außenterrasse wird es geben. Vor dem Corona-Herbst haben Souleimanoglou und seine Frau Jennyfer keine Angst: Am 15. März schlossen sie das alte Lokal - „wir haben losgelegt und die Zeit genutzt. Das Leben geht weiter.“
Das hoffen wir alle für Hannovers Gastro-Branche, in der viel über die Folgen der Corona-Pandemie debattiert wird. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) veröffentlichte eine Umfrage, laut der 60 Prozent der Betriebe ums Überleben kämpfen, vor allem in den Städten sei die „Lage katastrophal”, im Schnitt lägen die Umsatzrückgänge trotz Lockerungen bei mehr als 40 Prozent. Solche Zahlen feuern die Gerüchteküche an, auch in Hannover wird über drohende Schließungen gemunkelt. Ein Gastronom, dessen Name kursierte, gibt Entwarnung, weiß aber auch um die Situation in der Branche: „Viele Wirte fühlen sich wie angeschlagene Boxer.“ Wir drücken die Daumen, dass alle über die Runden kommen.
Dafür braucht es im Corona-Jahr Ideen und Kreativität. Der Winter naht - und das „11A” am Küchengarten rüstet sich. „Wir werden die Terrasse in der Mitte regendicht herrichten. Wir wollen einen kleinen Ofen in die Mitte stellen, drum herum wird es Hecken geben", kündigt Verena Schindler an, die das Lokal mit Christoph Elbert leitet. Sie setzen auf treue Stammkunden, die sie sich seit der Eröffnung vor zwölf Jahren erarbeitet haben. Wie das geht? „Ein Lokal ist mehr als ein Ort zum Essen", findet Schindler, die Grafikdesign und Kunst studiert hat. Das „11A" sei „Kreativität pur, man kann es auch als Dauerinstallation beschreiben.“
Der September schenkt uns in diesen Tagen nochmal Sonne satt - und zum Sommergefühl gehört definitiv gutes Eis in der Waffel. Vielleicht begegnet Ihnen in diesen Tagen Julian Rakowski mit seinem Eismobil „Birne und Beere”. Dann probieren Sie mal statt Schokolade seine Kreationen „Vanille mit Streuselkuchen und Brombeersauce" oder „Gurke". Der 37-Jährige tüftelt leidenschaftlich an neuen Sorten, verwendet Bio-Zutaten, serviert in essbaren Waffelbechern. Sein Ziel: „Ich will das ökologisch-nachhaltige auf die Spitze treiben.“
Sie ist schon länger am Start: Tanja Metz nannte ihr „Frioli” an der Lindener Stephanusstraße schon 2012 „Eismanufaktur", heute hat sie 150 verschiedene Sorten im Repertoire. Die 48-Jährige sammelt permanent Eindrücke und Ideen - der Prozess bis zu einer neuen Sorte „dauert manchmal fünf Minuten, manchmal fünf Jahre". Aktuell experimentiert sie mit einer „Brandgeist"-Serie. Auch das „Nicezeit" (Hannovers einzige biozertifizierte Eisdiele) am Lindener Schmuckplatz ist immer für Überraschungen gut. Michael Kronlage - eigentlich Radiologe mit Teilzeitstelle am Nordstadtkrankenhaus - reicht hier Waffeln mit Parmesan-Birne oder Lakritz-Himbeere über den Tresen. Gibt aber auch zu, dass manche Ideen in der Sackgasse enden: „Süßkartoffel-Schokolade hat nicht funktioniert.“
Wer hat Lust, morgen mit einer Maß Herrenhäuser anzustoßen? Max Tobschall und Funpark-Chef Nexhdet Hoxhaj organisieren am 18. September und am 4. Oktober Hannovers einziges Oktoberfest. Ihre „Wiesn auf der Expo-Plaza” soll trotz Corona-Auflagen zünftig werden. Dafür sorgen eine bayerische Band, große Bierkrüge und Servicekräfte in Dirndl und Lederhosen.
Wer das sonnige September-Wochenende für einen Ausflug nutzen will, dem empfehle ich die Gastrotour unseres Restaurant-Testers Sönke Lill: 17 Kilometer mit dem Rad durchs grüne Hemmingen, Zwischenstopps mit Kaffee und Kuchen im „Schneeweiss im Rosenrot" und mit sizilianischer Küche im „Restaurant Arnumer See". Lecker!
Haben wir Ihnen Appetit auf mehr Themen aus Hannovers Gastroszene gemacht? Dann freuen Sie sich auf nächsten Donnerstag. Wir wiederum freuen uns, wenn Sie sich mit Anregungen, Ideen und Hinweisen bei uns melden: Schicken Sie einfach ein Email an gastro@neuepresse.de.
 
Wir wünschen Ihnen eine genussvolle Woche - bis nächsten Donnerstag!
Andrea Tratner
PS: Für alle Newsletter-Abonnenten haben wir heute ein besonderes Angebot: Wir schenken Ihnen zwei Monate NP Plus gratis. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich!

Wir schenken Ihnen zwei Monate NP Plus
Darum ist das "11A" am Küchengarten ein Kunstwerk
Macht die Eismanufaktur Birne und Beere Hannovers bestes Eis?
Eismanufakturen in Hannover: Kreative Eissorten bei Frioli und Nicezeit
Hannovers einziges Oktoberfest: „Wiesn auf der Expo-Plaza“
NP-Gastro-Tour nach Hemmingen: Schneeweiss im Rosenrot und Restaurant Arnumer See
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.