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Wie Anna Kuczora in der Nordstadt Gas gibt

Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
manche Menschen haben mehr als ein Talent, und zu dieser Spezies gehört Anna Kuczora. Die 37-Jährige organisiert als selbstständige Veranstaltungsmanagerin das PS-Spektakel „Street Mag Show" auf dem Schützenplatz, ist vernarrt in Chryslers, Fords und Buicks und fährt selbst einen Chevy Nova von 1970.
Eigentlich ein Fulltime-Job. Doch das Event mit bis zu 15.000 Zuschauern in vier Städten schrumpfte im Corona-Jahr zu einer 1000-Leute-Show in Hannover, Kuczora hatte plötzlich Zeit. Und realisierte den Traum, den sie schon als Kind hatte: „Ich wollte schon immer ein Café eröffnen.“
Eine Café- und Weinbar ist ihr „Little H” an der Callinstraße 10 geworden, die mit knapp 45 Quadratmetern tatsächlich recht „little" ist, innen acht und draußen 16 Tische bietet. Zwei Monate lang renovierte Kuczora mit Familie und Freunden, sie entkernten das ehemalige „Uni-Eck" und bauten eine schicke Bar mit Holz-Metall-Optik, viel Grau und Kupfer im modernen Shabby-Schick.
Vergangenes Wochenende war Eröffnung, „und es war grandios", schwärmt die Doppel-Selbstständige. „Die Leute haben uns die Bude eingerannt, das Feedback war so positiv.“ Schließlich hatte die halbe Nordstadt Anteil an der Entstehung des „Little H” genommen.
„Alle steckten während des Umbaus den Kopf zur Tür rein, fragten immer wieder, wann es losgeht", erzählt die Gastronomin, die in Mitte wohnt und jetzt die Nordstadt liebt. „Es ist hier so familiär wie auf dem Dorf. Wir wissen bei fast jeder Hausnummer, wer wo wohnt.“
Dienstag, Mittwoch und Sonntag schließt sie um elf Uhr auf und um 18 Uhr zu, Donnerstag bis Sonnabend gibt es Kaffee und Kuchen, rund 20 Weine, Antipasti und Ciabatta von elf bis 22 Uhr. „Ich würde die Öffnungszeiten ausweiten, aber dafür fehlt mir das Personal”, formuliert Anna Kuczora das Problem, das derzeit jeder in der Branche hat.
Ihre Arbeitstage sind lang, denn nicht nur ihre Bar braucht sie. Am 22. und 23. August steht die nächste Street Mag Show auf dem Schützenplatz an, diesmal sind 3000 Gäste erlaubt. „Ich sitze ab 5.30 Uhr an meinem Schreibtisch und organisiere die Show, dann geht es in die Bar und abends noch mal an den Schreibtisch.“
Ihr war klar, dass jetzt „viel, viel Arbeit ansteht. Aber ich schaffe das. Ich habe super Freunde, die mich unterstützen.” Und auch die Erfahrung als Veranstalterin eines Open-Air-Events hilft: „Ich bin schon ein bisschen abgehärtet.“
Der Nordstadt einen neuen gemütlichen Treffpunkt bieten: Das ist das Ziel der 37-Jährigen. Und wenn die PS-Show gut über die Bühne gegangen und möglicherweise sogar neues Personal gefunden ist, wird sich Anna Kuczora sicher einen Tag frei nehmen. Und statt im „Little H” in ihrem Chevy Nova Gas geben.
Wir wünschen Ihnen ebenfalls viel Energie, um durch die neue Woche zu kommen. In der sie einen Tag vielleicht einmal in der familiären Nordstadt ausklingen lassen. Fragen, Anregungen, Meinungen? Schreiben Sie uns gerne an gastro@neuepresse.de
Bis nächsten Donnerstag!
Julia Braun
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