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Wie tickt das Gastro-Publikum in Linden?

Liebe Leserinnen, liebe Leser, willkommen zu der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters „Neues aus der
Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover
Neues aus der Gastro-Szene in Hannover
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
willkommen zu der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters „Neues aus der Gastro-Szene". Wir feiern schon das erste kleine Jubiläum: Seit zehn Wochen berichten wir jeden Donnerstag an dieser Stelle von Trends und Neuigkeiten aus Hannovers Gastro-Branche und beschäftigen uns mit aktuellen Fragen. Welche Lokale sind neu am Start? Wo lohnt sich nach Meinung der NP-Tester ein Restaurant-Besuch? Mit welchen Themen setzen sich Wirtinnen und Wirte in der Corona-Zeit auseinander? 
Diese Woche werfen wir den Blick nach Linden: Am Lichtenbergplatz wird endlich wieder Wein getrunken! 2016 hatte der Gehrdener Anwalt Bernhard Faber (mit Kanzlei in Berlin) dort die „Weberey" eröffnet - doch der Nachfolger der legendären „Wein- und Lachbar" von Sommelière Janine Weiß konnte sich mit seinen ausschließlich deutschen Tropfen (und den unregelmäßigen Öffnungszeiten) nie wirklich etablieren. Jetzt ist ein Ur-Lindener am Ruder: „Feiters Wein-Zeit" trägt den Namen des Chefs im Schriftzug.
Und der ist ein Tausendsassa, bekannt im Stadtteil und darüber hinaus - denn George Feiter betreibt seit vielen Jahren einen Weinladen an der Lindener Stephanusstraße und eine Kochschule am Schwarzen Bären. Im früheren Leben hat der Absolvent der Musikhochschule auch eine Kunst-Galerie geleitet, Klassik-Tourneen organisiert und für Rockstars das Catering gemacht. Seine neue Weinbar brummt - vom ersten Tag an. „Ein handgepinseltes Plakat im Fenster, ein paar Mails und WhatsApps - das hat gereicht", erzählt der 58-Jährige. Die Rückmeldung, die er von vielen Gästen bekam: „Endlich übernimmt jemand aus dem Stadtteil den Laden.“
Ist das Lindener Gastro-Publikum so kritisch und anspruchsvoll? „Die Menschen hier kennen sich, sie sind besser vernetzt als in anderen Stadtteilen”, findet Harm Baxmann, der „Izarro" und „Fischers" in Linden-Nord betreibt. Es gehe viel um Mund-zu-Mund-Propaganda. „Und das Stammpublikum ist sehr treu.“ Und durchaus empfindlich, wenn sich Filialisten in den Stadtteil wagen. „Ketten gehen gar nicht”, sagt Baxmann. Nicht nur die Kaffee-Kette „Balzac" musste das schmerzhaft feststellen. Der engagierte Gastronom betont aber auch: „Qualität setzt sich durch.“
Das sieht auch Ralf Schnoor so, der seit 35 (!) Jahren mit seinem Café K.” auf dem Markt ist. „Es ist eine Gratwanderung: Man muss sich immer mal wieder etwas Neues einfallen lassen, ohne die Kontinuität zu verlieren.“ Er habe sich vor Jahren nicht träumen lassen, dass er mal vier verschiedene Milchsorten im Sortiment haben würde, um auf den Vegan-Trend zu reagieren. An den Erfolg von „Feiters Wein-Zeit”, das auch teure Weine und sogar Champagner im offenen Ausschank hat, glaubt Schnoor. Denn: „Es geht nicht nur um Namen, sondern auch um Ideen.“
Kontinuität und Wandel. Letzteres steht in der Velberstraße 5 an: Am 30. September hat das „Café Kalah” - seit Jahrzehnten eine Linden-Institution - zum letzten Mal geöffnet. „Es waren wundervolle Jahre mit euch", bilanziert das Team schon mal über Facebook. Der Andrang der Stammgäste im Endspurt dürfte gewaltig sein.
Steter Wandel ist im neuen Me and all"-Hotel am Aegi die Geschäftsidee: Mit Pop-up-Restaurants sollen alle paar Monate neue Hannover-Gastronomen eine Plattform für ihre Kochkunst bekommen. Derzeit wirbeln in der Küche Sascha Werhahn (kennt man aus dem „Zauberlehrling") und Peter Kaßner („Deins" im HCC). „Nobel" nennen sie ihr Projekt, die experimentierfreudige, regionale Küche hat NP-Testerin Maike Jacobs überzeugt. Vier Sterne für das Essen und viel Lob Ambiente und Service gab es von ihr.
Schluss mit Franchise-Konformität: Warum aus Harry’s New York Bar" neben dem Sheraton-Hotel die Pelikan-Bar" wurde, erklärt Manager Sebastian Krebs. „Die Dame, die hinter diesem Brand in Paris sitzt, hat leider nicht mehr viel für ihre Marke getan.“ Absprachen seien schwierig gewesen, Innovationen kaum durchzusetzen. Also orientierte sich die Bar an den Wurzeln auf dem Pelikangelände - und glänzt jetzt mit Drinks, in denen ein Tropfen lila Sepia-Tinte schwimmt, alten Tintenfässern als Deko, dunkelblauem Tinte-Gin.
Der Sommer verabschiedet sich gerade, Hannovers Gastronomen rüsten sich für Herbst und Winter. Glühwein, Bratwurst, Schmalzkuchen und das Gewühl rund um die Marktkirche gehören für viele Menschen zum Dezember. Die gute Nachricht: Die Landesregierung hat Hinweise darauf gegeben, dass auch im Corona-Jahr Weihnachtsmärkte stattfinden können - solange es aufgrund der Infektionszahlen verantwortbar sei. Konsens besteht in diesen Auflagen: Der Alkoholkonsum wird ab 22 Uhr eingeschränkt, es müssen Hygienekonzepte vorgelegt werden - dann entscheidet jede Kommune eigenständig. „Die Landeshauptstadt Hannover hat ein sehr großes Interesse daran, ein vorweihnachtliches Angebot zu machen“, sagte Hannovers Erste Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette. „Wir werden in Hannover alles daransetzen, die neue Verordnung umzusetzen.”
Wenn es kalt wird, ist vielleicht ein Stück Schokolade ein Trost. Gute Schokolade - davon versteht Michaela Schupp etwas. Die sechste Auflage ihres „Schokoladen-Gourmet-Festivals" muss allerdings virtuell stattfinden. Von 23. bis 25. Oktober kann man sich aber gratis in Diskussionsrunden mit Weltklasse-Chocolatiers einloggen, die entsprechenden Tasting -Sets verschickt Schupp gegen Gebühr. Der NP hat sie auch erklärt, warum vor allem dunkle Schokolade so gesund ist: „Kakao hat alle Mineralstoffe und fast alle Vitamine, die der Körper braucht. Der spanische Eroberer Hernán Cortés erkannte im 16. Jahrhundert, dass die Azteken mit ihrem Xocolatl-Trank aus Kakaobohnen und zerstoßenen Chilis ihre Kämpfer stark machten.“
Haben wir Ihnen Appetit auf mehr Themen aus Hannovers Gastro-Szene gemacht? Dann freuen Sie sich auf nächsten Donnerstag. Wir wiederum freuen uns, wenn Sie sich mit Anregungen, Ideen und Hinweisen bei uns melden: Schicken Sie einfach ein Email an gastro@neuepresse.de.
Wir wünschen Ihnen eine genussvolle Woche - bis nächsten Donnerstag!
Andrea Tratner

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