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Wo wir in Hannover bald englisch frühstücken

Neues aus der Gastro-Szene in HannoverNeues aus der Gastro-Szene in Hannover

Liebe Leserinnen und Leser,
es tut sich was zwischen Falkenstraße und dem Schwarzen Bären. Das „Harp“ gilt vielen als beste Burger-Braterei der Stadt, macht aber keinen Außer-Haus-Verkauf, weil es seit Dezember umgebaut wird. Und zwar richtig. Die Theke wird abgebaut, frisch gemacht und wieder eingesetzt, die Küche vergrößert, Bänke werden mit Leder bezogen, alle 15 Bierleitungen des Pubs erneuert. Aber in Pandemie-Zeiten investiert Daniel Jäger auch in andere Maßnahmen.
Das Belüftungssystem, das der 35-Jährige in seinem Lokal „The Harp“ einbauen lässt, soll laut Hersteller innerhalb von 20 Sekunden sämtliche Viren töten. Die Toilettenräume werden neu ausgestattet und mit Infrarotschalter versehen. „Dann muss man nichts mehr anfassen“, sagt der Gastronom. Endlich mal eine Kontaktbeschränkung, auf die man sich freuen kann.
„Harp“-Fans müssen ihr Philly Cheesesteak mit Hangover Fries dennoch nicht entbehren. Die Außenstation heißt „Butjer“. An der Falkenstraße 11 bietet Jägers Team ein Best-of der „Harp“-Karte im Außer-Haus-Verkauf an, auch mit dem Erwerb von T-Shirts und Turnbeuteln mit „Harp“-Aufdruck kann man dem Gastronomen über die Durststrecke helfen.
Darf die Gastronomie wieder öffnen und ist der Umbau geschafft, geht es im alten „Harp“ mit neuen Burgern und im „Butjer“ mit neuem Konzept weiter. Dann will Jäger mit Kompagnon Tobias Scharfenberg an der Falkenstraße ein Crossover aus gutbürgerlichen Speisen und englischer Pub-Küche anbieten – Königsberger Klops meets Fish’n’Chips. „Ein richtiges English Breakfast gibt es in Hannover nicht an jeder Ecke“, sagt London-Fan Jäger.
Fotoprojekt zeigt „Wirte im Lockdown"

Auch Peter Dührkoop setzt auf Veränderung. Er lässt sein „Pier 51“ am Maschsee renovieren, „es soll frischer und zeitgemäßer werden.“ Dührkoop hatte kürzlich Besuch aus München. Für ihr Fotoprojekt „Wirte im Lockdown“ fährt die Fotografin Helena Heilig derzeit quer durch die Republik und macht Porträts von Wirtinnen und Wirten in ihren leeren Lokalen. In den anschließenden Interviews schütten ihr viele das Herz aus, berichten über Einsamkeit und Ängste. „Eigentlich bräuchte ich ein Team von Psychologen, das das auffängt“, sagte die Fotografin im NP-Gespräch.
Wieder zwei Michelin-Sterne für das „Jante"

In der „Weinbasis“ schaute Heilig für ihr Projekt auch vorbei, ebenso im „Jante“. Von hier kommt die beste Nachricht der Woche: Küchenkünstler Tony Hohlfeld hat in einem katastrophalen Gastro-Jahr seine zwei Michelin-Sterne verteidigt. „Wir zählen zu den besten 50 Restaurants von Deutschland“, sagt der jüngste Zwei-Sterne-Koch des Landes (den ganzen Text lesen Sie hier). Aber auch er leidet. „Unsere Arbeit wird ausgezeichnet, ausführen dürfen wir sie aber nicht.“
Doch die Zeit wird kommen. Wir werden die neuen Burger im „Harp“ probieren und Pommes mit extra Trüffel-Mayo ordern. Im rausgeputzten „Pier“ schlemmen. Ausgezeichnete Menüs im „Jante“ genießen. Und meinetwegen sogar englisch frühstücken. Was freuen wir uns drauf.
Worauf freuen Sie sich? Haben Sie Anregungen oder Fragen? Dann schreiben Sie uns eine Mail an gastro@neuepresse.de
Bis zum nächsten Donnerstag,
Julia Braun
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